Sternenkinder würdevoll verabschieden

Startseite » Bestattung » Sternenkinder würdevoll verabschieden

Mein Abschied und wo du Hilfe findest

Der Verlust eines Kindes in der Schwangerschaft reißt eine Wunde, für die es keine Worte gibt. Alles, was bleibt, ist Liebe – und der Schmerz, dass man sie nicht in einem gemeinsamen Leben zeigen darf.

Nach der stillen Geburt unseres Sohnes bot uns die Stadt Frankfurt an, ihn im Rahmen einer vierteljährlichen Sammelbestattung für Sternenkinder zu beisetzen. Eine einfühlsame Seelsorgerin im Krankenhaus nahm uns in dieser Ausnahmesituation behutsam an die Hand. Sie erklärte alles, klärte die Formalitäten und bereitete uns den Abschied – wir mussten nur entscheiden, ob wir diesen Weg gehen wollten.

Mit so viel Sorgfalt zog sie unseren Sohn an, bettete ihn in ein kleines Körbchen und ließ uns allein, damit wir uns zu zweit verabschieden konnten. Dieser Moment war schmerzhaft und heilig zugleich.

Der Tag der Beisetzung

Am 28. Mai, einige Monate später, war es soweit.
Die Zeremonie war frei von religiösen Elementen, genau wie ich es mir gewünscht hatte – neutral, offen, nur für das, was zählte: unsere Kinder.

In der Kapelle am Hauptfriedhof Frankfurt zündeten wir Kerzen an – jede Kerze stand für ein Sternenkind. Ich zählte sechzehn Paare an diesem Tag.
Gemeinsam trugen wir den kleinen Sarg, in dem all diese Kinder lagen, zur Gedenkstätte.

Als der Sarg in die Erde gelassen wurde, erklang „I’ll Always Remember Us This Way“ von Lady Gaga. Mein Lieblingslied. Genau in diesem Moment begann es zu regnen – als würde der Himmel mit uns weinen.

Mein Freund, seine Eltern und ich warfen Blüten hinab. Wir blieben lange schweigend stehen. Zum Schluss legte ich noch einen Stein dazu – ein Geschenk einer Freundin nach meiner zweiten Fehlgeburt. Ein Stück meiner Geschichte, das nun bei meinem Sohn liegt.

Die ganze Geschichte zur stillen Geburt kannst du hier lesen.

Wo du Hilfe finden kannst

In dieser Zeit war ich dankbar für Menschen und Organisationen, die uns stützten und den Weg leichter machten:

  • Seelsorge im Krankenhaus – oft unabhängig von Religion, mit Erfahrung im Umgang mit Sternenkindern
  • Sternenkinder-Vereine wie Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister Frankfurt/Rhein-Main e.V.
  • Bestatter mit Spezialisierung auf Sternenkinder – sie kennen die besonderen Bedürfnisse
  • Städtische Angebote – viele Städte organisieren Sammelbestattungen mehrmals im Jahr
  • Online-Communities wie Sternenkind.info oder Hope’s Angel für Austausch und Informationen

Was bleibt

Dieser Tag hat nichts leichter gemacht – aber er hat meinem Sohn einen Platz in dieser Welt gegeben. Einen Ort, den ich besuchen kann. Einen Moment, in dem wir ihn offiziell willkommen heißen und gleichzeitig loslassen konnten.

Wenn du selbst betroffen bist: Lass dir Zeit. Hol dir Unterstützung. Und gestalte den Abschied so, dass er deiner Liebe gerecht wird – auf deine Weise.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert